Das Juwel des Gardasees

Sirmione
ODER Sonne, See & Sightseeing

„Cortine“, „San Pietro in Mavino“ und die „Grotten des Catull“ – das sind die Hügel, aus denen die Halbinsel besteht, auf der Sirmione angesiedelt ist. Der Ort, dessen Altstadt durch einen breiten Wassergraben vom Festland getrennt ist, ist ein viel und gern besuchtes Ausflugsziel für Sightseeing-Touren oder wahlweise auch für längere Aufenthalte am See. Ich selbst habe den Ort bereits öfter besucht – inzwischen gehört Sirmione zu meinen Lieblingsreisezielen am Gardasee.
Da einige Hotels – so auch das von mir und meiner Begleitung ausgewählte – im hinteren Teil der schmalen, verkehrsberuhigten Halbinsel liegen, dürfte der Weg zur Unterkunft bei einem erstmaligen Besuch eher ungewöhnlich sein: Schmale Straßen voller Touristen, die direkt durch die belebte Hauptmeile der Insel führen, machen ein Durchkommen mit viel Gepäck, geschweige denn mit einem Auto zu einem wahren Erlebnis.
Sirmione ist an sich jedoch durchaus überschaubar. Das wahrlich malerische Erscheinungsbild des Ortes – welches seit jeher Künstler und Dichter als Inspirationsquelle nutzten – überzeugt einen auf Anhieb.

Die Scaligerburg ist eine der Attraktionen des Ortes – über einen Wassergraben gelangt man in die Altstadt von Sirmione.

Beim Übergang vom Festland auf die Insel passiert man die Scaligerburg. In der Mitte des 13. Jahrhunderts wurde diese Wasserburg an der strategisch wichtigsten Stelle des Ortes vom damaligen Stadtherrn Veronas, Mastino I. della Scala, erbaut. Das Areal umfasst eine quadratische Mauer mit drei Türmen, die das Castello di Sirmione umschließen. Heutzutage gilt die Wasserburg des Ortes als die besterhaltene Befestigungsanlage der Region.

Wer die pittoresken Gassen von Sirmione besuchen möchte, kommt unweigerlich an den den Mauern der Wasserburg vorbei.
Über den Dächern von Sirmione: Von der Scaligerburg aus hat man einen wunderbaren Blick auf die Umgebung.

Doch nicht nur diese Attraktion lässt jährlich viele Touristen in den Ort am Gardasee strömen. Die kleinen Gassen laden zum Erkunden ein, diverse Eisdielen bieten Eis „on mass“ an – während Bars und Restaurants mit leckeren Spezialitäten locken – und zu guter Letzt sollte man sowohl dem Lido delle Bionde als auch den Grotten des Catulls einen Besuch abstatten. Es lohnt sich😉

Ich gebe euch im Folgenden mal einen kleinen Eindruck des Ortes:
Das Castello di Sirmione ist passiert und vorbei an der Piazza Castello geht es nun weiter in Richtung Via Vittorio Emanuele. Es lohnt sich übrigens auch ein Blick in die Chiesa di Sant’Anna della Rocca – die kleine Kapelle befindet sich unweit der Scaligerburg.

Ab hier sorgt eine verkehrsberuhigte Zone für einen sorglosen Bummel durch die Straßen und Gassen von Sirmione. Die Altstadt lädt dabei zum Shopping und Sightseeing ein.

Wenn man durch die Verkaufsstraßen und Gassen bummelt, gelangt man unweigerlich auf die Piazza Giosuè Carducci. Der Platz bietet eine gute Gelegenheit, sich mal eine kurze Pause zu gönnen und eine Kleinigkeit zu essen oder einen Cocktail zu genießen…

Weiter geht es auf der Via Vittorio Emanuele in Richtung Via S. Salvatore.

Ausgehend vom Restaurant „San Lorenzo“ gabelt sich nun der Weg: Man kann weiter auf der Via Vittorio Emanuele bleiben – oder, so wie ich, auf die Via Giuseppe Piana wechseln. Beide Straßen treffen an der Piazza Don A. Piatti zusammen und gehen über in die Via Caio Valerio Catullo.

Italienische Ansichten in der Via Giuseppe Piana.

An der Stelle, an der die Via Caio Valerio Catullo sich schließlich zu einem kleinen Platz vergrößert, befindet sich auf der linken Seite die ehemalige Villa von Maria Callas. Zu ihrer Zeit (1923 – 1977) einem weltweiten Opernpublikum bekannt, ist sie für viele bis heute die bedeutendste Opernsängerin des 20. Jahrhunderts. ­

Der Ort gedenkt der Berühmtheit unter anderem mit dem Palazzo Callas sowie dem nahegelegenen Parco Callas Arena.

Auf der Via Caio Valerio Catullo geht es von hier aus weiter bis an die Spitze der Halbinsel – vorbei am Parco Pubblico Tomelleri. Zwischen zahlreichen Olivenbäumen kann man hier entspannt die Seele baumeln lassen und das schöne Seepanorama genießen.

Der Parco Pubblico Tomelleri lädt zum Verweilen zwischen Olivenbäumen ein.

Wer den See aber nicht nur bestaunen, sondern auch ein frisches Bad darin genießen möchte, der sollte sich rechts halten und den Weg zum „Lido delle Bionde“ einschlagen. Kleiner Tipp am Rande: Geht man vom genannten Strandabschnitt – auf dem Liegen, ein Steg und ein Kiosk zu finden sind – noch ein Stück weiter am Ufer entlang, gelangt man zu einem etwas weniger überfüllten Areal.

Die Uferlinie des Sees besteht an dieser Stelle aus flachen Kalkplatten.

Ein besonderes Schmankerl – nicht nur für Historiker – hat die Halbinsel schließlich am nördlichen Ende aufzuweisen.
Wer den Weg entlang der Via Caio Valerio Catullo weitergeht, kommt an kleinen Villen und angrenzenden Gärten vorbei, bis die Straße schließlich in der Piazzale Orti Manara mündet. Hier hat man nicht nur ein großes Areal von Olivenbäumen vor sich, sondern befindet sich auch außerhalb einer bedeutenden archäologischen Fundstätte: Auf dem Gelände am nördlichen Ende der Landzunge erstrecken sich die Ruinen einer römischen Villenanlage, gebaut im ersten Jahrhundert nach Christus – die sogenannten „Grotten des Catull“.
Einer Legende zufolge soll hier seinerzeit der römische Dichter Gaius Valerius Catullus – kurz Catull genannt – gelebt haben, der Sirmione als ein regelrechtes Juwel beschrieben hat. Dass die Villa tatsächlich von Catull bewohnt wurde, ist jedoch historisch nicht belegt und daher eher fraglich. Neue Erkenntnisse aus Archäologie und Forschung sprechen zudem eine andere Sprache: Der Dichter soll demnach die Villa weder selbst gebaut, noch bewohnt haben.

Ein Museum informiert über Wissenswertes zu dem weitläufigen Areal. Gut erhaltene Ausstellungsstücke – beispielsweise in Form von Fresken oder Schmuck und sonstigen Alltagsgegenständen -bringen einem die Historie der „Grotte di Catullo“ und ihrer Bewohner näher.
Im Anschluss an den Besuch der Museumsräumlichkeiten geht es weiter auf die Außenanlage. Vorzufinden waren damals auf dem Gelände neben der prunkvollen Villa auch ein Thermalbad sowie weitere Nebengebäude. Infotafeln erzählen unter anderem auch von der Tatsache, dass an der Stelle in der Mitte der Villa, an der sich heute ein Olivenhain erstreckt, ursprünglich ein großer Garten mit Seeblick angelegt war. Weiterhin erfährt man unter anderem, dass diverse Gebäudeteile sowie eine unterhalb des Fußbodens gelegene 42 Meter lange Wasserzisterne noch vollständig erhalten sind.

Eine Besichtigung des weitläufigen Areals zu moderaten Preisen und damit ein möglicher Blick in die Antike sind meiner Meinung nach in jedem Fall empfehlenswert.

Dass Sirmione nicht nur in den Sommermonaten ein tolles Ausflugsziel mit ganz eigenem Charme ist, versteht sich von selbst – schaut euch einfach dazu mal meinen Beitrag „Still ruht der See” an.

Unterwegs in der Umgebung von Sirmione

Wer nicht nur mit dem Auto oder zu Fuß unterwegs sein möchte, kann die Umgebung von Sirmione auch sehr gut mit dem Fahrrad erkunden.

Mit dem Fahrrad auf dem Weg nach Colombare – hier ein kurzer Stopp am See.

Lohnenswert ist beispielsweise eine ausgedehnte Radtour nach Colombare. Wer in dieser Hinsicht Bedenken auf Grund der Vorurteile gegenüber Italienern und ihrer Fahrweise hat, dem sei an dieser Stelle gesagt: Ich hatte auch kurzzeitig etwas Angst, mehr oder weniger ungeschützt mit dem Fahrrad in den wilden italienischen Straßenverkehr zu geraten – doch hier vor Ort habe ich diesbezüglich tatsächlich viel Rücksichtnahme aufeinander erfahren … so wurde beispielsweise vor Fußgängerüberwegen ohne Umschweife angehalten.

Zu empfehlen sind darüber hinaus aber auch Fahrten mit dem Schiff. Viele andere Orte rund um den Gardasee können so jederzeit nach Belieben aufgesucht und erkundet werden. Weiterführende Informationen dazu finden sich auf den Seiten von Visitgarda sowie auf Gardasee.at

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