Italienische Musik verbindet

Exklusiv-Interview mit „The Italian Tenors“

Wenn man an italienische Musik denkt, denkt man direkt an: große Emotionen, Stimmen, die ganze Räume füllen – und gewissermaßen an ein Gefühl von Heimat, das weit über die Landesgrenzen hinaus spürbar wird. Genau diese Verbindung zwischen Kultur, Klang und Publikum prägt auch die Musik der „The Italian Tenors“.

Derzeit sind sie mit neuer Besetzung unterwegs in Griechenland und nehmen ihr Publikum mit auf eine musikalische Reise durch Italien – und weit darüber hinaus. Im Rahmen dieser Tour haben sie sich Zeit für ein kurzes Gespräch genommen.
Im Interview geht es um die Liebe zur italienischen Musik und die Frage, wie (die italienische) Musik ein Gefühl von Heimat und Emotionen vermitteln und gleichzeitig Menschen aus unterschiedlichen Kulturen miteinander verbinden kann.

Wer das italienische Lebensgefühl selbst mal live erleben möchte: In diesem Jahr stehen noch weitere internationale Termine an, unter anderem in Deutschland, der Schweiz und Australien.

Wie wichtig ist das Gefühl von „Heimat“ in eurer Musik – und wie versucht ihr, dieses Gefühl für ein internationales Publikum greifbar zu machen?

Die Tatsache, dass wir im Ausland italienische Lieder singen, ist für sich genommen schon eine Möglichkeit, unsere Heimat mit uns zu tragen. Es verbindet uns mit unserer Kindheit und unserem Hintergrund – das ist ein schönes Gefühl und eines, das wir so nicht erleben, wenn wir in Italien singen. Die Verbindung zur Heimat wird durch Auftritte im Ausland noch stärker.

The very fact that we sing Italian songs when abroad is in itself a way to carry our home with us. It connects us to our childhood and to our background, it’s a nice feeling and something we don’t experience the same way when we sing in Italy. The bond with home through music becomes stronger when in another country.

Eure Musik erreicht Menschen in vielen Ländern. Was glaubt ihr: Welche Elemente italienischer Musik funktionieren besonders gut, auch ohne die Sprache zu verstehen?

Das, was italienische Musik wahrscheinlich bei denjenigen so beliebt macht, die die Sprache nicht verstehen, sind die Melodien. Sie sind oft eingängig, leicht mitzusingen und wiedererkennbar. Sie tragen den Geist Italiens in sich – eine Mischung aus Lebensfreude und Melancholie, aus Romantik und Energie.

The thing that probably makes Italian music so appreciated by people that don’t understand the language is the fact that melodies are attractive, most of the time easy to hum and recognizable, they carry the spirit of Italy, that is a mix of happiness and melancholy, romantic feelings and energy. 

Welche Emotionen stehen im Zentrum eurer Auftritte – und wie reagieren unterschiedliche Kulturen darauf?

Wir versuchen genau das zu vermitteln: eine Mischung aus Emotionen und Gefühlen – das Romantische, das Lebendige, das Heroische, das Festliche. Es sind eigentlich die meisten Stücke, die in verschiedenen Ländern mit derselben Begeisterung aufgenommen werden. Von Deutschland über Griechenland bis nach Australien.

We try to deliver just that, a mix of emotions and feelings; the romantic, the lively, the heroic, the festive. There are some tunes, actually most tunes, that are received with the same love and enthusiasm by different counties, from Germany to Greece to Australia.

Seht ihr euch eher als Botschafter italienischer Musik oder als Künstler, die europäische Musiktraditionen miteinander verbinden? Oder ist es eine Mischung aus beidem?

Ich glaube, es ist eine Mischung aus beidem. Wir fühlen uns geehrt, italienische Musik in die Welt zu tragen, sehen uns aber auch sehr als Europäer und als Teil eines Netzwerks aus Kulturen und Traditionen.

I believe it’s a mix of both. We do feel honored to carry Italian music around the world, but we also feel very much European and part of a network of cultures and traditions.

Gab es einen Moment auf der Bühne, der euch besonders gezeigt hat, wie Musik Menschen weltweit verbindet?

Diese Verbindung erleben wir eigentlich immer während unserer Auftritte. Es ist schwer, einen einzelnen Moment herauszugreifen, weil sich dieses Gefühl nach und nach aufbaut und sich über das gesamte Konzert hinweg entwickelt. Am Ende jeder Aufführung spüren wir diese Verbindung sehr stark.

We find that connection throughout our performances. It’s difficult to indicate a specific moment because it’s something that build gradually and lived through the entire show, a connection that we feel very strongly by the end of each performance.

Danke für das Interview, Evans!

Thank you, too. All the best!
A presto.


Zum Abschluss wird deutlich, dass Musik – wie die der „The Italian Tenors“ – nicht nur Unterhaltung ist, sondern auch Herkunft, Emotion und kulturelle Einflüsse transportiert. Evans Tonon macht deutlich, wie italienische Musik international verstanden wird und Menschen unabhängig von ihrer jeweiligen Sprache erreichen kann. Es entsteht eine Verbindung zum Publikum, die auf gemeinsamen Gefühlen basiert und über Ländergrenzen hinaus wirkt.

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