Mediterraner Charme am Gardasee
Der Gardasee ist für viele ein beliebtes Urlaubsziel in Italien. Der oberitalienische See ist der größte des Landes. Schon bei der Ankunft hat man den Eindruck, einer schönen Ferienzeit mit entsprechender Erholung steht hier nichts im Weg – befindet man sich schließlich umgeben von traumhafter Landschaft mit Postkartenmotiven – vielerorts direkt mit Seeblick.
Puegnago sul Garda
Wer es ruhig und authentisch mag, der ist in Puegnago sul Garda genau richtig. Hier sind italienischer unverfälschter Charme und kulinarische Genüsse an der Tagesordnung.

Puegnago sul Garda besteht aus den sechs Ortsteilen Castello, Monteacuto, Mura, Palude, Raffa und San Quirico. Urlauber können hier in ruhiger Umgebung ausspannen, mediterrane Küche mit Olivenöl und Qualitätsweinen aus der direkten Umgebung genießen und verschiedene Sehenswürdigkeiten vor Ort erkunden: an dieser Stelle können unter anderem der Torre Campanaria – ein Turm aus dem 18. Jahrhundert in Castello, die Pfarrkirche S. Michele Arcangelo aus dem 16. Jahrhundert, die Kirche S. Giuseppe in Mura, die Kapelle S. Gaetano da Thiene sowie der Torre Colombera in Monteacuto und die Pfarrkirche Madonna della Neve genannt werden.
Genau nach meinem Geschmack liegen hier außerdem viele Unterkünfte direkt inmitten von Wohngebieten, so dass man das Italien-Feeling direkt in sich aufsaugen kann.

Manerba del Garda
Mit zu den interessantesten Gemeinden am Gardasee zählt Manerba del Garda. Die schöne Uferzone ist es, die den Ort für Touristen so attraktiv macht.

Neben dem bewirtschafteten Porto Tochio Beach zählt unter anderem auch der Rocca di Manerba als der wohl markanteste Fels am südwestlichen Gardasee zu den Sehenswürdigkeiten des Ortes. Auf dem 216 Meter hohen Felsen – benannt nach der römischen Göttin Minerva, für die hier in antiker Zeit ein Tempel errichtet wurde – sind heute nur noch spärliche Reste einer Burg zu finden, die man im frühen Mittelalter auf den Grundmauern des Tempels erbaut hatte.

Ebenfalls sehr sehenswert sind hier vor Ort einige romanische und barocke Kirchenbauten wie zum Beispiel die Chiesa di San Giovanni Battista Decollato oder die Chiesa di Santa Maria in Valtènesi.
Desenzano del Garda
Weniger vom Tourismus überlaufen ist Desenzano del Garda. Der Ort am südwestlichen Ufer ist mit rund 26.000 Einwohnern die größte Stadt am See.
Auf dem Weg ins Zentrum kommt man an der Ruine des Castello di Desenzano vorbei, die über den Dächern der Stadt thront. Laut einer Inschrift und verschiedener Internetquellen wurde die Verteidigungsanlage wahrscheinlich auf den Überresten eines römischen Kastells erbaut, welches seinerzeit zum Schutz vor dem Einfall der „Barbaren“ errichtet wurde. Die Burg selbst wurde im Mittelalter zur Verteidigung der Stadt und als Fluchtburg für die Bevölkerung genutzt. In der Folge zahlreicher Kämpfe und Belagerungen verfiel die Festung in den folgenden Jahrhunderten zunehmend. Letztlich waren nur noch der äußere Mauerring und die Türme weitgehend intakt. Nach Abschluss aufwendiger Restaurierungsarbeiten konnte der Gebäudekomplex 2007 schließlich wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Neben einem malerischen Hafenareal besticht die Stadt mit ihrer schönen Altstadt – die Piazza Malvezzi beispielsweise ist geprägt von prächtigen Arkadengängen und einer traumhaften Seepromenade, die sich bestens für ausgedehnte Spaziergänge anbietet. Die Gassen der Stadt hingegen laden mit ihren Läden und Boutiquen zu einem Shoppingbummel ein.


Tignale
Gardola und die fünf Ortsteile Aer, Oldesio, Olzano sowie Prabione liegen im Westen des Gardasees. Die sechs, verstreut auf einer Hochebene gelegenen, Dörfer haben sich zu dem Ort Tignale zusammengeschlossen. Hier hat man – etwa 600 Meter über dem See gelegen – an vielen Stellen einen herrlichen Blick auf die Seenlandschaft. Laut Infoblättchen sollte dort vor Ort zur Zeit meines Aufenthaltes ein traditioneller Mittelaltermarkt stattfinden. Das wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Die Veranstaltung konnte an diesem Tag jedoch leider nicht durchgeführt werden. Umgeben von Oliven- und Kastanienbäumen finden Touristen hier in Tignale viele Spazier- und Wanderwege. Sehenswert ist die Wallfahrtskirche Montecastello, die auf einem Felsvorsprung steht. Verschiedene Ölmühlen und Örtlichkeiten der Butter- und Käseherstellung können ebenfalls besucht werden. Wer die regionale Küche etwas näher kennenlernen möchte, hat dazu in den jeweiligen Ortsteilen ausreichend Gelegenheit.


Sirmione
Während eines Aufenthaltes am Gardasee darf natürlich auch ein Besuch der Halbinsel im Süden nicht fehlen. Dort, am äußersten Zipfel der Landzunge, liegt die interessante historische Altstadt von Sirmione.

Vom Festland durch einen Wassergraben getrennt, bietet der historische Ortskern gleich mehrere interessante Sehenswürdigkeiten: neben der Wasserburg – der Scaligerburg – findet man hier unter anderem auch dem See entspringende Thermalquellen, die ehemalige Villa der Opernsängerin Maria Callas sowie die „Grotten des Catull“. Dabei handelt es sich um eine archäologische Ausgrabungsstätte, auf deren Areal die Überreste einer im 1. Jahrhundert erbauten römischen Villa und diverser Nebengebäude zu sehen sind. Entgegen der bisherigen Annahme, dass sich der römische Dichter Gaius Valerius Catullus – kurz Catull genannt – dort als Bauherr beziehungsweise Besitzer aufgehalten hat, gehen nunmehr Archäologen und andere Wissenschaftler davon aus, dass diese These nicht den Tatsachen entspricht.

Die Ruinen der besterhaltenen römischen Villa in ganz Norditalien können nach einem Stadtbummel durch die Altstadt am nördlichen Ende der Halbinsel besichtigt werden.
Mehr zu dem Ort, der zum Teil wie ein Arm in den See hinausragt, findet ihr hier.
Bardolino
Der Ort Bardolino, gelegen am Ostufer des Sees, ist in erster Linie für den gleichnamigen Wein bekannt. Aber nicht nur Weinliebhaber kommen hier auf ihre Kosten – Bardolino bietet Erholung, Seightseeing und Kultur in einem.

Der ehemalige Fischerort Bardolino hat dem bekannten gleichnamigen Weinbaugebiet den Namen gegeben und ist heute auch ein bedeutendes touristisches Ziel in der Region.

Zahlreiche Sehenswürdigkeiten wie zum Beispiel der Hafen mit der Uferpromenade, die Pfarrkirche Santi Nicolò e Severo und weitere sakrale Bauten sowie auch ein Wein- und ein Ölmuseum bieten den Touristen interessante Einblicke. An schönen Stränden kann im Sommer ausgiebig gebadet werden und zahlreiche Wanderwege führen direkt von der Uferpromenade zu benachbarten Orten und Aussichtspunkten mit herrlichem Seeblick.
Eine Seefahrt, die ist lustig
Zum Aufenthalt am Gardasee sollte unbedingt auch eine Schiffsreise gehören. Zahlreiche Orte am See verfügen über entsprechende Anlegestellen, die nicht nur von Touristen genutzt werden, um zum Beispiel relativ schnell vom Ost- zum Westufer zu gelangen.
Wer länger an Bord bleiben möchte, um gegebenenfalls die Nord-Süd-Erstreckung des Sees per Schiff zu erkunden, dem bietet sich eine Fahrt von Sirmione bis nach Riva del Garda oder Limone sul Garda (und zurück) an. Ich persönlich bevorzuge die Tour nach Limone, da man dort vor der Rückfahrt dann noch Zeit hat, um den Ort zu Fuß ein wenig zu erkunden und am Hafen Kaffee, Eis oder ähnliches zu genießen.
Während der Fahrt gibt es wunderschöne Fotomotive zu erblicken – da laufen Hobbyfotografen wie ich nur allzu schnell Gefahr, sich einen Riesen-Sonnenbrand zu holen. Aber seht selbst:






Limone sul Garda
Limone sul Garda liegt malerisch an einem steilen Hang des Westufers des Gardasees, umgeben von Zitronen- und Olivenanpflanzungen.

Dass der Ort ein gefragtes Touristenzentrum ist, das vorwiegend von Deutschen und Österreichern frequentiert wird, merkt man hier sehr deutlich. Mit den Einwohnern, beziehungsweise dem Restaurantpersonal und den Verkäufern vor Ort ist meist auch eine Verständigung auf Deutsch möglich – aber auch in den anderen Regionen des Sees hat die Verständigung bisher immer super geklappt – zur Not eben einfach mit Händen und Füßen.😉
In den schönen verwinkelten Gassen der Altstadt von Limone sul Garda trifft man aber natürlich auch auf Besucher „aus aller Herren Länder“.
Der Ort, gelegen in der Provinz Brescia, macht seinem Namen alle Ehre, bezeichnet der Begriff Limone doch heute verschiedene Arten von Zitrusfrüchten. 🍋 An vielen Stellen des Ortes sind Zitronenbäume zu sehen und auch entsprechende Souvenirs sind hier zu finden.


Was einigen jedoch noch nicht bekannt gewesen sein dürfte: Mit den Früchten hatte der Name der Siedlung ursprünglich gar nichts zu tun. Die Bezeichnung Limone soll in diesem Fall vom lateinischen Wort „Limes“ – zu deutsch Grenze – abstammen, da hier lange Zeit die Grenze zwischen dem deutschen und dem italienischen Sprachraum verlief.

Wie schon erwähnt, bleibt nicht allzu viel Zeit, wenn man Limone, so wie ich, mit dem Schiff erreicht. Ein Stadtbummel durch die malerischen Gassen und ein kleiner Shoppingbummel sollten aber in jedem Fall drin sein.
Eine Tagestour in die Umgebung
Wer einen längeren Aufenthalt am Gardasee plant, der hat natürlich nicht nur die Möglichkeit, die Orte rund um den See zu erkunden, sondern kann auch die eine oder andere Tagestour mit Auto oder Bus in die nähere Umgebung unternehmen. Die Ausflugsziele sind dabei durchaus vielfältig. Beispielsweise bietet sich für Kultur-Interessierte eine Fahrt nach Verona für einen Tagestrip an. Die Stadt an der Etsch hat nicht nur durch die Erzählungen Shakespeares von Romeo und Julia an Anziehungskraft gewonnen, sondern zieht jährlich zahlreiche Touristen mit weiteren Sehenswürdigkeiten – wie beispielsweise dem gut erhaltenen römischen Amphitheater – und einem unvergleichlichen Flair in ihren Bann.

Was die Region rund um den Gardasee darüber hinaus als besonders geschichtsträchtig auszeichnet, lest ihr in meinem Beitrag „Im Hinterland des Gardasees”.
Für weiterführende Informationen rund um den Gardasee empfehle ich euch an dieser Stelle die offizielle Seite des Fremdenverkehrsamts Lago di Garda: Visitgarda.

Nicht wenige werden schließlich, ebenso wie ich, nach einem Besuch des Gardasees und der umliegenden Region zu der Überzeugung kommen: „Hier gefällt es mir – ich komme wieder!“
