Mittendrin statt nur dabei

Italien-Feeling pur am Lago Maggiore

Der zweitgrößte See in Norditalien ist ein wahres Urlaubsparadies inmitten von mediteranem Klima und umgeben von kleinen Dörfern und größeren Städten. Wer für seine Urlaubsreise ein Ziel fernab des üblichen Tourismus sucht, der ist am Lago Maggiore bestens aufgehoben. Hier fühlt man sich jederzeit selbst wie ein Einheimischer – umringt von landestypischer Natur und Kultur.

Schon die Landschaft in der Umgebung des Lago Maggiore, der in den italienischen Regionen Piemont und Lombardei sowie im Schweizer Kanton Tessin verortet ist, ist ein wahrer Augenschmaus.

Taino

Den Urlaub beispielsweise in dem kleinen Dörfchen Taino zu verbringen, vermittelt einem meiner Meinung nach direkt das Gefühl, „mittendrin, statt nur dabei“ zu sein: Hier, ein paar Kilometer vom südöstlichen lombardischen Ufer des Sees entfernt, hört man durch das geöffnete Fenster stündlich die Glockenschläge der Dorfkirche – sie vermengen sich mit italienischen Gesprächsfetzen, die man hin und wieder wahrnehmen kann. Schnell wird klar: Hier leben überwiegend Einheimische. Touristen sind nur vereinzelt anzutreffen. Italienfeeling pur!

Das kleine italienische Dörfchen Taino.
Ein Blick auf die weitläufige Umgebung Tainos – zu sehen sind die Alpengipfel sowie das Gebirgsmassiv des Monte Rosa.

Angera

Die Nachbargemeinden von Taino, Angera und Sesto Calende, sind mit dem Auto in wenigen Minuten zu erreichen. In Angera sollte man bei Gelegenheit die Rocca di Angera, eine alte und sehr gut erhaltene Burg – gelegen direkt oberhalb des Ortes – besichtigen. Der Weg hoch zur Wehranlage ist auch zu Fuß in wenigen Minuten problemlos zu schaffen.

Über dem See thront die Rocca di Angera.

Die alte Bergfestung, die über die schmalste Stelle des Lago Maggiore ragt, befindet sich im Besitz der Familie Borromeo und beherbergt im Inneren eine Sammlung von Puppen und Spielzeug aus den verschiedensten Epochen. Auf dem sehr gepflegten Anwesen kann außerdem ein historischer Kräuter- und Naturgarten besucht werden. Sehenswert ist ferner eine Weinpresse aus dem 17. Jahrhundert. Vom Turm der Burg bietet sich ein eindrucksvoller, weiter Blick über den Lago Maggiore.

Ein Blick in den Kräutergarten der Rocca di Angera und hinüber zum Ufer von Arona.

Arona

Im Jahr 1538 wurde Karl Borromäus auf der Rocca Borromea di Arona geboren. Der spätere Erzbischof von Mailand wurde nach seinem Tod heilig gesprochen. Ihm zu Ehren wurde im Ort eine über 30 Meter hohe Statue erbaut, die heute als das Wahrzeichen von Arona gilt.
Ein wahres „giostra di colori“, ein Karussel der Farben, erlebt man bei einem Bummel durch die Corso Cavour, die belebte Fußgängerzone des Ortes: Hoch über den Köpfen der Passanten schweben Schirme in den buntesten Farben. Sie alle sind Teil der Installation #UnderColoursArona. Wer einen Schaufensterbummel vorbei an den diversen Geschäften und Boutiquen macht, wird über 500 Meter weit von den scheinbar in der Luft schwebenden Schirmen begleitet.

Die Corso Cavour ist geschmückt mit bunten Schirmen.

Shopping am Tag – und anschließend auch bei Nacht – ist während der Veranstaltung #aronainrosa ein besonderes Erlebnis: Im Glanz zahlreicher rosa Lichter, die Geschäfte, Hafen und Straßen vor Ort beleuchten, tummeln sich zahlreiche Einheimische und Touristen und genießen das gesellige Beisammensein.
Sofern noch ein Platz zu ergattern ist, empfehle ich die Osteria del Triass Metropolis. Leckere Pizza und andere Köstlichkeiten können hier geschlemmt werden, während man einen tollen Blick auf das Treiben und den gegenüberliegenden See genießen kann. Höhepunkt der abendlichen Veranstaltung ist ein atemberaubendes Feuerwerk über dem Lago Maggiore.

Arona erscheint für kurze Zeit in einem rosa Farbkleid.
Zum Abschluss der Festlichkeiten erwartet die Besucher ein großes Feuerwerk über dem See.

Borromäische Inseln – Isola Bella

Wer Ferien am Lago Maggiore macht, sollte sich auch einen Tripp zu den Borromäischen Inseln nicht entgehen lassen. Gefühlt alle drei bis fünf Minuten legt ein Schiff an, um Touristen auf die Isola Madre, Isola  Superiore oder die Isola Bella zu bringen. Ich habe mich für einen Besuch der Isola Bella entschieden.

Die Isola Superiore, die Isola Madre und die Isola Bella lassen sich nach Belieben besichtigen.

Seinerzeit noch ein von Fischern bewohntes Eiland, entschied sich 1632 Carlo Borromeo III., seiner Frau dort einen Palast zu errichten. Ihr zu Ehren wurde die Insel Isabella d´Adda genannt. Doch mit den Jahren verkürzte sich der Name auf die heute bekannte Bezeichnung Isola Bella.
Die Insel befindet sich, wie auch ihre Nachbarinseln, im Borromäischen Golf des Sees.
Prunk und Kunstschätze sind im Inneren des Palastes zu bestaunen. Auf dem weitläufigen Gelände erlebt man zudem eine atemberaubende Pflanzenwelt. Vor Ort lässt sich darüber hinaus eine traumhafte Aussicht auf den umliegenden See genießen.

Die Isola Bella ist ein Juwel aus dem Barock.
Inmitten des Borromäischen Golfs des Sees befindet sich die Isola Bella.

Angekommen, kann man sich auf eine ausgiebige Erkundungstour über das terrassenförmig angelegte Gelände begeben und die vielfältige Pflanzenwelt sowie die Räumlichkeiten des Palastes bestaunen. Wer Lust hat, stärkt sich anschließend noch in einer der Lokalitäten, bevor es wieder zurück auf das Festland geht.

In der Parkanlage lassen sich zahlreiche interessante Fotomotive finden.
Weiße Pfauen, die frei umherlaufen, runden die Schönheit der Gartenanlage ab.

Laveno-Mombello

Ein Blick raus auf den See und hin zu den Borromäischen Inseln entschädigt an dieser Stelle dafür, dass der Ort Laveno – zu dem auch die Ortsteile Mombello und Cerro gehören – an sich kein wahrer Hotspot für Touristen ist. Dennoch hat die Ortschaft ihren ganz eigenen Charme und man fühlt sich auch hier umgeben von italienischem Flair.

Laveno-Mombello lebt überwiegend vom Wochenendtourismus.

Cannobio

Urlaub am Lago Maggiore bedeutet aber nicht nur, die Gegend um den See zu erkunden, sondern natürlich auch, sich mal den einen oder anderen entspannten Tag im und am Wasser zu machen. Und was bietet sich da Besseres an, als mit der Luftmatratze im Gepäck loszuziehen und es sich am Strand beziehungsweise auf dem Wasser gemütlich zu machen. Bademöglichkeiten gibt es viele – unter anderem in Cannobio.

Der Strand von Cannobio zieht regelmäßig viele große und kleine Wasserraten an.

In Sichtweite zur Schweizer Grenze bietet die Seepromenade von Cannobio, die in den Jahren 2004 und 2005 erst neu gestaltet wurde, einen tollen Anblick auf Patrizierhäuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Traumhafte An- und Aussichten sowie verschiedene Lokalitäten laden vor Ort zum Verweilen und Genießen ein. Und besonders bei Sonnenschein ist der See, umgeben von Bergen, immer wieder eine eindrucksvolle Kulisse.  

Die Seepromenade von Cannobio.
Herrscht an der Promenade auch abends noch buntes Treiben, kann man es sich währenddessen in einer der abgelegeneren Gassen gemütlich machen.

Da ich selbst auch eine totale Wasserratte bin und immer wieder gern ins kalte Nass springe, habe ich mich hier und da mal umgehört – und tatsächlich einen Geheimtipp bekommen (der natürlich auch geheim bleiben soll😉), wo man einen eher ruhigeren Strandabschnitt findet, der nicht von Touristen überfüllt ist.

Porto Valtravaglia

In der kleinen Ortschaft Porto Valtravaglia am Ostufer des Lago Maggiore hat der Massentourismus bisher nicht Einzug gehalten. Das beeinträchtigt demzufolge auch nicht das romantische Flair dieses Ortes. Wie überall am See gibt es auch hier zahlreiche tolle Fotomotive. Porto Valtravaglia, verortet in der Provinz Varese, gehört demzufolge natürlich auch mit auf meine Reiseroute.

Die Ortschaft Porto Valtravaglia.

Vigevano

Ein längerer Aufenthalt am Lago Maggiore ermöglicht es einem auch, die weiter entfernt liegende Umgebung des Sees zu erkunden. Demzufolge habe ich mich für einen Ausflug nach Vigevano in der Provinz Pavia entschieden. Vor Ort angekommen, entsteht sofort der Eindruck, dass hier Vergangenheit und Gegenwart aufeinander treffen. Als besondere Sehenswürdigkeiten können an dieser Stelle die Piazza Ducale mit ihren umliegenden Renaissancebauten und das Castell Sforzesco angeführt werden.

Die Piazza Ducale in Vigevano.
Auch hier finden sich wieder wunderbare Fotomotive.
Hier treffen Vergangenheit und Gegenwart aufeinander.

Nach einem Rundgang über die Piazza bietet sich eine Besichtigung der Schlossanlage an. Anschließend laden die Seitengassen der Piazza zu einem kleinen Stadtbummel ein.

Die Schlossanlage des Castello Sforzesco ist auffallend gut gepflegt und lädt zu einem Spaziergang über das Areal ein.

Besonders zu empfehlen ist in Vigevano das „Caffè Commercio“ auf der Piazza Ducale. Hier hat man nicht nur einen schönen Blick auf die gegenüberliegende Kathedrale „Cattedrale dei SS. Ambrogio e Carlo“, sondern es gibt hier (wie ich zumindest bisher nur einmal in Rom erlebt habe) zu einem Aperitif eine großzügige Portion kleiner Snacks gratis dazu – mit dabei unter anderem leckere unreif geerntete Pfirsiche.

Sie sehen aus wie Oliven – es handelt sich bei diesen Früchten aber um unreif geerntete Pfirsiche.

Auf dem Rückweg nach Hause in Richtung Norden lege ich – wie nach jedem meiner Italien-Urlaube – noch einen kurzen Stopp in Bayern ein. Genauer gesagt im Pfaffenwinkel. In einer netten kleinen Pension in Peiting untergebracht, unternehme ich, je nach Zeit, noch den einen oder anderen Ausflug ins Umland. Und wenn noch ein paar Tage zusätzlich drin sind, reicht es sogar für einen Kurztripp nach München.

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