Ein Brief von Julia

Besondere Augenblicke in Verona

Damals, Anfang des Jahres 2022, habe ich mir eine wunderschöne Auszeit genommen und bin nach Verona gereist. Bereits zuvor hat es mich schon öfter für Tagesausflüge in die Stadt an der Etsch (italienisch: Adige) gezogen. Dieses Mal habe ich gleich eine Woche allein dort verbracht. Und wie jedes Mal stellte ich direkt fest: Ich bin schockverliebt in die italienische Stadt der Liebe. Aber nicht nur vor Ort habe ich wunderschöne Momente erlebt – ein Brief von Julia machte mein Urlaubserlebnis dieses Mal im Anschluss noch persönlicher.

Verona liegt nur wenige Kilometer vom Gardasee entfernt – und ist für mich mehr als nur ein Reiseziel: Es ist ein Ort, der Herz und Sinne gleichermaßen berührt.

Natürlich gehört jedes Mal ein Besuch bei der berühmten Casa di Giulietta dazu. Hier wird der romantische Mythos rund um Shakespeares Romeo und Julia lebendig! Zahlreiche Menschen tummeln sich jedes Mal in dem kleinen Hinterhof in der Via Capello. Jeder möchte einmal auf dem berühmten Balkon stehen und anschließend natürlich auch die berühmte Büste der Julia berühren. Das Anfassen soll schließlich Glück in der Liebe bringen. Und Hand aufs Herz: Wer möchte sich dieser romantischen Tradition schon verschließen?

Doch nicht nur das ist für viele Besucher vor Ort Tradition: Einen Brief an Julia zu schreiben, geht auf die berühmte, tragische Liebesgeschichte von Romeo und Julia zurück, die Shakespeare seinerzeit in Verona ansiedelte. Sämtliche Briefe von Frauen aus aller Welt, die symbolisch an die Figur der Julia gerichtet sind, gelten als Ausdruck von Liebe und Sehnsucht. Sie stehen für die Hoffnung – unabhängig davon, ob man gerade verliebt ist, einen Rat sucht oder einfach die romantische Atmosphäre Veronas genießen möchte.

Bereits in den 1930er-Jahren begannen Menschen mit dieser Tradition. Heute kümmert sich eine Gruppe freiwilliger Helferinnen im sogenannten „Club di Giulietta“ darum, die zahlreichen Briefe zu beantworten – und das natürlich in den unterschiedlichsten Sprachen. Dazu befindet sich im Innenhof des Hauses ein kleiner roter Briefkasten, in den die Liebespost eingeworfen werden kann.

Bei meinem Besuch vor Ort habe auch ich es mir nicht nehmen lassen: Ich habe mich auf die Treppenstufen gegenüber des Balkons gesetzt und – abgeschirmt vom Getümmel – ein paar Zeilen verfasst. Denn schließlich war ich zu dieser Zeit Single und habe mir nichts sehnlicher gewünscht, als endlich das große Liebesglück zu finden…
Mit meiner Postkarte in der Hand fühlte sich der Moment in dem berühmten italienischen Innenhof besonders verheißungsvoll an – ob mir Julia tatsächlich einen Brief nach Deutschland schicken würde?

Jahre später hatte ich meine Urlaubserinnerungen zwar noch im Kopf – die Karte, die ich seinerzeit in den kleinen roten Briefkasten geworfen hatte, war jedoch längst vergessen.
Als ich nun an einem Tag im Februar 2024 die Post entgegennahm, konnte ich es nicht glauben: Ich hielt tatsächlich einen Brief aus Italien in den Händen.
Aus Verona. Vom Club di Giulietta. Von Julia.

Ein Brief von Julia.

Die Zeilen, die handschriftlich auf Deutsch verfasst waren, lauteten: „ […] Gib nicht auf, gib der Liebe Zeit und eine Chance! […]“ Außerdem stand dort geschrieben, dass die Herzen, die mir immer wieder auf meinem Weg begegnen, etwas Gutes verheißen sollen: sie seien „ein Hinweis darauf, dass es bald passiert.“

Mein Aufenthalt in Verona war im März 2022. Schon vier Monate später sollte ich meinen jetzigen Partner kennenlernen – gemeinsam verbrachten wir anschließend unseren ersten gemeinsamen Urlaub in Italien.

Die Faszination der Stadt

Verona ist für mich allerdings weit mehr als nur Romantik pur – die Stadt ist voller Ecken, die zu zahlreichen Entdeckungen einladen. Die Stadt überzeugt durch ein ganz eigenes Ambiente aus Historie, Architektur und italienischem Lebensgefühl. Römische Bauwerke, mittelalterliche Paläste und Renaissance-Einflüsse verleihen ihr einen einzigartigen Charme. Zu nennen sind beispielsweise die Arena di Verona, der Arco dei Gavi oder das Castel San Pietro mit dem traumhaft schönen Aussichtspunkt Punto Panoramico – und noch viele mehr.

Zwischen jedem Spaziergang lohnt sich eine Pause an den schönsten Orten: sei es ein typisch italienisches Frühstück auf der Piazza Brà, ein Caffè Shakerato auf der Piazza delle Erbe oder ein kleiner Snack am Porto della Giarina mit Blick auf die Etsch. Jede Auszeit ist für sich ein kleiner Dolce-Vita-Moment.
Zudem ist Veronas kulinarische Seite nicht zu unterschätzen – beispielsweise solltet ihr euch unbedingt einmal den lokalen Risotto all’Amarone schmecken lassen. In den gemütlichen Lokalitäten vor Ort lässt sich nicht nur gut essen, sondern auch das italienische Lebensgefühl in vollen Zügen genießen.

Vor der Arena di Verona stand seinerzeit eine moderne Fotoinstallation aus Metall in Herzform: Man hält hier kurz inne, macht ein Erinnerungsfoto – und setzt damit ein kleines Zeichen für die Liebe, die in Verona überall spürbar ist.

In „Ciao Bella“ nehme ich euch mit in eine Welt voller italienischem Flair, Kultur und ganz persönlicher Augenblicke in dieser wunderschönen Stadt in Norditalien. Der Beitrag versteht sich daher als Ausdruck von Faszination für ein Reiseziel, das jederzeit einen Besuch wert ist – und überall kleine Momente bereithält, die lange im Herzen bleiben. ❤️

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