Stippvisite ins Mittelalter

Ein Abstecher nach Rothenburg o.d. Tauber

Eine meiner letzten Urlaubsreisen führte mich wieder ins schöne Voralpenland. Auf dem Weg nach Bayern bietet sich als kurzer Boxenstopp beispielsweise der Odenwald an (mehr darüber könnt ihr in meinem Beitrag „Abseits der Strecke“ lesen) – aber im folgenden möchte ich euch noch ein weiteres sehenswertes Zwischenziel präsentieren.
Rothenburg ob der Tauber – Stadt der Türme. Diesen Namen hat Rothenburg übrigens mit dem italienischen San Gimignano gemein, denn die Kleinstadt in der Toskana hatte früher 72 Türme aufzuweisen, von denen aktuell noch 15 existieren.

San Gimignano in der Toskana.

Aus Zeitgründen habe ich in Rothenburg leider nur wenige Stunden verbracht – dennoch möchte ich euch dieses Urlaubsziel in Bayern nicht vorenthalten.
Die erste historische Sehenswürdigkeit befindet sich direkt in unmittelbarer Nähe zum Parkplatz: Das Rödertor, eines der sechs Haupttore der mittelalterlichen Stadtbefestigung, gilt für viele als das schönste der ehemals freien Reichsstadt. Nicht nur hier, sondern auch am Klingentor, Galgentor, Burgtor, Kobolzeller Tor und am Spitaltor können Besucher, nach dem Durchschreiten dieser eindrucksvollen Wehrbauten, die Altstadt wie im Mittelalter betreten. Nachdem man das Vortor des Rödertores durchquert hat, öffnet sich einem der Blick auf den Fanghof der Torburg.

Durch die Rödergasse, vorbei am Röderbrunnen, geht es weiter in Richtung Markusturm und Röderbogen. Der Turm stammt bereits aus dem 13. Jahrhundert und wurde seinerzeit als Wach- und Gefängnisturm mit Verlies im Keller genutzt. Der Röderbogen hingegen diente damals den Wachen der Stadt dazu, die Gegend rund um den Turm im Blick behalten zu können – ihnen wurde von ihrem Wachposten aus sowohl ein Blick in die Hafengasse, wie auch über die Stadtmauern hinaus gewährleistet.

Die Gesamtbefestigung Rothenburgs besteht heute aus 42 Tor- und Mauertürmen und der Stadtmauer mit einer Gesamtlänge von etwa 4 km. Letztere ist begehbar und auf weiten Strecken überdacht. Besucher haben die Möglichkeit, Stadtmauer und Türme auf dem sogenannten Rothenburger Turmweg, der in circa 2,5 Stunden vier Kilometer um die Altstadt führt, zu erkunden.

Ein Blick in die Hafengasse in Rothenburg ob der Tauber.

Wenn man die Hafengasse entlang schlendert, gelangt man unweigerlich auf den Markplatz der Stadt und kann hier einen Blick auf beeindruckende Bauten werfen.
Neben dem Rathaus und der Ratsherrntrinkstube mit dem Glockenspiel „Meistertrunk” umgeben herrschaftliche Häuser den zentralen Platz der mittelalterlichen Stadt. Im Sommer lässt es sich hier bei einem Blick auf die Fachwerkhäuser verweilen.

Besonders sehenswert sind natürlich auch die St. Jakobskirche, die Johanniskirche, die St. Wolfgangskirche und die Spitalkirche. Das wohl bekannteste Fotomotiv Rothenburgs darf selbstverständlich nicht unerwähnt bleiben: das Plönlein, ein herrliches Gebäudeensemble am Eingang zum Spitalviertel mit Fachwerkhäusern, Brunnen, Siebersturm und Kobolzeller Tor.

Genießer sollten sie es sich schließlich vor Ort nicht nehmen lassen und direkt mal einen „Schneeballen” probieren. Wer nun allerdings an ein eisiges Etwas aus Schnee denkt – weit gefehlt😉 Denn hier in der Region ist ein leckeres Gebäck und eine wahre Spezialität gemeint, die bereits schon im Mittelalter zu festlichen Anlässen gebacken und verzehrt wurde.

Eine Spezialität aus mürbem Eierteig: Rothenburger „Schneeballen”.

Wenn ihr nun auf den Geschmack gekommen seid und diesem schönen Städtchen auch mal einen Besuch abstatten wollt, habe ich noch einen kleinen Tipp für euch: Vom 26. März bis 30. April 2022 wird Besuchern der Stadt im Rahmen des Rothenburger Frühlingserwachens ein buntes Rahmenprogramm vor traumhafter Kulisse geboten.


Entdecke mehr von Bavarese on Tour

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Hinterlasse einen Kommentar