Das Italien des Nordens

Ein Stadtbummel durch München

Ich beginne diesen Stadtrundgang am besten vom Herzstück der Stadt ausgehend: vom Rathaus. Bei gutem Wetter kann man nicht nur den bayerischen Himmel in weiß-blau genießen, sondern hat auch einen sehr schönen Blick auf die umliegenden Gebäude, die vom Sonnenlicht angestrahlt werden. Selbst in den Wintermonaten fasziniert mich diese Aussicht.

Für alle, die es traditionell mögen, sollte natürlich ein Besuch des Viktualienmarktes nicht fehlen. Geöffnet ist dieser täglich; außer an Sonn- und Feiertagen. Der Markt gehört seit 1807 zum Stadtbild. Hier gibt es jede Menge Zünftiges und ausgewählte (bayerische) Spezialitäten.
Vor ein paar Jahren war der Viktualienmarkt übrigens Dreh- und Angelpunkt für die Geschichten der Serie „München 7“. Ich war damals zur richtigen Zeit am richtigen Ort und konnte die Dreharbeiten hautnah mitverfolgen. Mehr dazu lest ihr hier.

Der Münchner Viktualienmarkt hat zahlreiche frische und zünftige Produkte im Angebot.

Jedes Mal, wenn ich auf dem Markt unterwegs bin, brauche ich unbedingt meine Leberkas-Semmel und dazu einen frischen Saft. Anschließend gibt es hin und wieder eine kleine Probe Oliven hier, eine Probe Brotaufstrich dort – und einen Hauch Lavendelduft obendrauf. Das rundet den Marktbesuch bestens ab. Damit ich parallel noch meinen Vorrat an italienischen Spezialitäten auffüllen kann, geht es direkt weiter in die Schrannenhalle. Hier kann und will man sich gar nicht satt sehen an den vielen tollen Leckereien.😍

Aber nun gut. Der Magen ist voll, die Vorräte gefüllt. Weiter geht´s. Von der Schrannenhalle aus mache ich einen Schlenker vorbei an einem der umliegenden Cafés und setzte mich dort hin, um das geschäftige Treiben zu beobachten. Anschließend geht es erstmal zurück Richtung Rathaus. Auf dem Weg dorthin darf natürlich ein kurzer Stopp bei der bayerischen „Julia“ nicht fehlen. Die Staue, die sich seit den 1970er Jahren zwischen Marienplatz und Viktualienmarkt befindet, ist ein Geschenk der italienischen Gemeinde Verona an deren Partnerstadt München. Das Original der Statue von Nereo Costantini (1905-1969) steht in Verona.

Die Julia ist ein Symbol für Liebe und Hoffnung in allem Unglück. Das Berühren ihrer Brust soll Glück in der Liebe bringen.

Nach dem Berühren von Julias Brust (diese Berührung der Statue ist besonders in Italien bekannt und soll einem zu ewigem Glück in der Liebe verhelfen – in München ist es dennoch immer noch verbreiteter, der traurigen Figur Blumen in den Arm zu legen und sie zu „trösten“) geht es weiter.

Der Weg führt mich vorbei an der Bayerischen Staatsoper, hin zum Odeonsplatz. Der Platz kann als nördliche Begrenzung der Fußgängerzone gesehen werden. Hier verspürt man direkt ein wenig italienisches Flair: Neben der Theatinerkirche in italienischem Spätbarock befindet sich hier die Feldherrnhalle – eine Loggia nach Florentiner Modell.
Ebenfalls verortet sind hier das Stadtpalais sowie die königliche Residenz samt Hofgarten. Die Residenz war seinerzeit das Münchner Stadtschloss und somit Wohnort der bayerischen Herzöge, Könige und Kurfürsten. Jahrelang konnte sie vor diesem Hintergrund als das kulturelle und politische Zentrum der Stadt angesehen werden.

Heute sind der Odeonsplatz und seine umliegenden Gebäuden des Öfteren Schauplatz für Filmszenen wie aus „Da geht noch was“ mit Florian David Fitz oder „Vaterfreuden“ mit Matthias Schweighöfer.
Vom Odeonsplatz geht es weiter zur Ludwig-Maximilians-Universität am Geschwister-Scholl-Platz. An diesem Ort erinnern heute in den Boden eingelassene Tontafeln vor dem Universitätsgebäude an die Geschwister Scholl.

Im Inneren des Justizpalastes – hier wurden die Geschwister Scholl zum Tode verurteilt.

Sophie und Hans Scholl wurden damals beim Verteilen von Flugblättern erwischt, die sie als Widerstandskämpfer im Kampf gegen den Nationalsozialismus in Umlauf bringen wollten. Im Justizpalast am Stachus wurden die Geschwister schließlich nebst ihrem Freund Christoph Probst und anderen zum Tode verurteilt.

Von der Uni aus führt mich mein Weg zum Stachus, vorbei an einem eher unscheinbaren Haus. Doch wer aufmerksam auf die Hauswand des Hauses in der Ludwigstraße 8 blickt, wird folgendes entdecken: In diesem Haus, besser gesagt im hier befindlichen stattlichen Herzog-Max-Palais, wurde Kaiserin Elisabeth 1837 als als Elisabeth von Wittelsbach, Prinzessin in Bayern, geboren. Demzufolge war Sisi ein echtes Münchner Kindl.
Mehr zu Kaiserin Elisabeth lest ihr in meinem Beitrag Sisi. Gelebte Historie.

Aber zurück in die Gegenwart: Vom Geburtshaus der Kaiserin begebe ich mich zurück in die Innenstadt. In unmittelbarer Nähe der Maximilianstraße sieht man schon anhand des Klientels und der Geschäfte, dass man sich hier in einer durchaus exquisiten Gegend befindet. Für Normalsterbliche ist hier selbst ein Kaffee in der Regel viel zu teuer. Aber man kann ja schließlich mal so tun, als ob…

Einmal in die Welt der Reichen eintauchen – wenn auch nur zum Schein.

Zurück am Stachus, begebe ich mich jetzt, vorbei an dem einen oder anderen Geschäft und Souvenir-Laden, wieder in Richtung Stadtmitte zum Marienplatz. Bei Sonnenschein und bestem Wetter komme ich vorbei an der St. Michael Kirche. Aufgebahrt in der Fürstengruft ist hier der Sarg von König Ludwig II. Die Gruft wird bis heute vom Wittelsbacher Ausgleichsfond betreut und befindet sich unterhalb des Altars. Das Herz des Märchenkönigs, so heißt es aus Fachkreisen, hat seine letzte Ruhestätte stattdessen in einer Urne in der Gnadenkapelle in Altötting gefunden.

Die St. Michael Kirche – ein Gebäude der Vergangenheit und Gegenwart.

Die St. Michael Kirche ist tatsächlich auch schon öfter in ihrer Geschichte Treffpunkt der Münchner Prominenz gewesen. So zuletzt im März dieses Jahres, als es sich Vertreter aus Film- und Fernsehen nicht nehmen ließen, von Regisseur Joseph Vilsmaier gebührend Abschied zu nehmen. Alle waren sie gekommen: Von Sepp Schauer, Uschi Glas, Max von Thun über Gedeon Burkhard, Ottfried Fischer, Helmfried von Lüttichau bis hin zu Jule Ronstedt, Marielle Ahrens, Max Tidorf und weiteren.

Da ein Stadtbummel ziemlich hungrig macht, zieht es mich jetzt ins Weisse Bräuhaus. Denn wie schon Florian David Fitz mal in einem Interview sagte: Hier „ist das Essen bestens.“
Weiter geht´s. Auch außerhalb der Innenstadt hat München aber so einiges zu bieten. In besagtem Interview betonte der Schauspieler, was ihm an seiner Heimatstadt außerdem so gut gefällt: „ … der Eisbach, der Englische Garten, der Nymphenburger Park, die Isar, die blühenden Linden in der Luft, Steckerlfischgeruch im Biergarten und warmer Kies unter nackten Füßen.“

Dieser Auflistung möchte ich gerne noch folgendes hinzufügen: es lohnt sich auch immer ein Besuch des Olympiazentrums. Das Gelände ist zwar etwas abgelegen, aber dennoch mit der Straßenbahn gut zu erreichen. Dort angekommen, ist ein ausgedehnter Spaziergang empfehlenswert – sowohl im Sommer, als auch im Winter überzeugt das Areal mit einem ganze eigenen Charme.

Ein Highlight vor Ort ist der „Munich Olympic Walk of Stars“: Entlang des Ufers des Olympiasees findet sich ein rund 400 Meter langer Weg, auf dem nationale und internationale Stars aus Entertainment und Sport ihre Handabdrücke hinterlassen haben.

Ebenfalls ein schönes Ausflugsziel für Groß und Klein ist der Zoo Hellabrunn. Ich für meinen Teil kann sagen: ich werde nie zu „alt“ sein, um mit Begeisterung vor dem Affengehege zu stehen und mir die tollpatschigen, niedlichen und intelligenten Verhaltensweisen von Orang-Utan und Co. anzusehen, mit Erstaunen die Eleganz der Pinguine zu beobachten oder die Gelassenheit der Dickhäuter zu bestaunen.

In diesem Sinne: Servus, macht´s gut.


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2 Kommentare zu „Das Italien des Nordens

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