Tolmezzo & Alesso im Friaul

Altstadtflair, Bergblick & Naturidylle

Spuren der Vergangenheit sind heute noch vielerorts auf der Fahrt in Richtung Tolmezzo zu sehen. Kanonen oder Überreste von Unterständen beispielsweise sind mitunter stille Zeugen des Gebirgskrieges, der sich im Rahmen des Ersten Weltkrieges in der italienischen Region Friaul zugetragen hat – ebenso wie der verheerenden Konflikte, die Jahre später im Rahmen des Zweiten Weltkrieges im Karnischen Alpenraum ausgetragen wurden.

Historische Atmosphäre in Tolmezzo

Schon der erste Blick auf den Hauptort der Karnischen Alpen ist beeindruckend: Tolmezzo wirkt rau, steinig – versprüht irgendwie direkt wildromantisches Flair. Im Borgàt, der von historischen Gebäuden und Arkadengängen geprägten Altstadt, sind sogar noch Reste einer alten Befestigungsmauer zu sehen.

Mein Streifzug durch die Straßen von Tolmezzo führt mich bis hin zum Dom San Martino aus dem 18. Jahrhundert. Recherchen über den Ort zeigen auf, dass die Menschen früher, als dort kaum Tourismus vorherrschte, in dieser doch eher kargen Gegend überaus genügsam waren.
Tolmezzo kann vor diesem Hintergrund als ein Ort gesehen werden, dessen Einwohner ihren Stolz trotz Armut nie verloren haben.

2017 ist Tolmezzo von einer internationalen Jury als „Alpenstadt des Jahres“ ausgezeichnet worden. Noch heute zeugt das Stadtbild von den bäuerlichen Verhältnissen der Region. Im Zentrum der Stadt liegt die Antica Trattoria Al Borgat.

Vom Zentrum des Ortes geht es weiter in Richtung Prá Castello. Die Burg, die über den Dächern von Tolmezzo thront, wurde noch in der Zeit erbaut, als Karnia Teil des Patriarchats von Aquileia (1077 – 1420) war. Heute dient das Plateau als Veranstaltungsort: Das Prá Castello Live, das jüngeren Musikkünstlern eine Bühne bietet, findet regelmäßig im Juli eines Jahres statt. In eben dieser Saison veranstalten die Bewohner des Ortes auch traditionell das sogenannte Borgat Festival.
Von hier oben hat man einen schönen Blick auf die Stadt und kann sogar bei passender Jahreszeit ein warmes Sonnenbad genießen.

Fernab von touristischen Pfaden in Alesso

In der Nähe von Tolmezzo liegt das kleine, eher unscheinbare, Bergdorf Alesso. Wen es hierhin verschlägt, der kommt meiner Meinung nach in den Genuss des besten Caffè freddo Italiens. Während die Bewohner dieser fernab von touristischen Pfaden gelegenen Ortschaft mit Wörtern in ihrer Landessprache nur so um sich werfen, lässt sich hier ein Stück italienische (Genuss-)Erinnerung schaffen.

Fernab des Tourismus: Den besten Caffè Shakerato gibt es in der Bar alla Posta in Alesso.

Damit die sommerliche Hitze auch zu Hause einen italienischen Touch bekommt, hier das Rezept für das erwähnte Kalt-Getränk: Kaltgeschüttelten Espresso, Eiswürfel und etwas Zucker durchrühren. Fertig. Anschließend direkt genießen.

Eine erfrischende Abkühlung kann man sich übrigens auch durch ein Bad im nahegelegenen Wildbach Palar – mit Blick auf den freistehenden Glockenturm (Campanile) der Pfarrkirche San Bartolomeo Apostolo – verschaffen. Das umliegende Areal verfügt über drei Wasserfälle und ist besonders für Naturliebhaber ein wahrer Augenschmaus.

Wer in Norditalien unterwegs ist oder einen Aufenthalt dort plant, sollte also unbedingt auch der historischen Region Karnien bei Gelegenheit mal einen Besuch abstatten.


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