Alle Wege führen nach Rom

Auf den Spuren von Audrey Hepburn & Gregory Peck durch die Ewige Stadt

Die italienische Hauptstadt ist nicht nur ein Zentrum von Kunst, Kultur und Film, sondern auch des „Dolce far niente“ – des süßen Nichtstuns. Wer zum ersten Mal die römische Metropole besucht, dem sei gesagt: es ist ratsam, sich mit bequemem Schuhwerk auszustatten. Denn man stolpert in den Straßen regelrecht automatisch von einer Attraktion zur nächsten. Sollte das Ziel mal weiter entfernt sein, bringt einen die Metropolitana di Roma dorthin.

Hollywood-Flair in Rom

Von der Piazza di Spagna ausgehend, empfiehlt sich ein kurzer Abstecher in die nahegelegene Via Margutta. Die kleine römische Gasse scheint unbedeutend. Dennoch war sie bis in die 1970er Jahre Treffpunkt zahlreicher Künstler: Beispielsweise wird Puccini und Wagner nachgesagt, hier gelebt zu haben. Ebenso lebte der Schriftsteller Truman Capote (1924 – 1984) hier im Künstler-Viertel. Seinen literarischen Durchbruch schaffte er mit „Frühstück bei Tiffany’s“. Als Hauptdarstellerin für die Verfilmung konnte 1961 Audrey Hepburn gewonnen werden.

Die Via Margutta in Rom ist Schauplatz des Filmklassikers „Ein Herz und eine Krone“.

Mit Gregory Peck erlebte die Schauspielerin Jahre zuvor (1953) im Rahmen des weltbekannten Filmklassikers „Ein Herz und eine Krone“ eine unvergessliche Romanze in der italienischen Hauptstadt.

Via Margutta 51. Ein gewölbter Holzeingang führt auf einen unscheinbaren Hinterhof. Vorbei am Zimmer des Pförtners Fabrizio Falconi. Wer noch nicht bemerkt hat, um welches Areal es sich hier handelt, der sollte einen Blick in das Zimmer von Falconi werfen: zahlreiche Plakate des weltberühmten Films mit dem Originaltitel „Roman Holidays“ zieren die Wände.

Zahlreiche Filmplakate zieren die Wände des Pförtner-Zimmers in der Via Margutta 51.

Auf dem Hinterhof kann man einen Blick auf das einstige Film-Areal werfen: Rechts befinden sich die Räumlichkeiten des Künstlerateliers, in das sich der Journalist „Joe“ zum Telefonieren begibt, nachdem er für seine Zeitung eine Sensations-Story wittert. Links hingegen rückt ein überwölbter Treppenaufgang in den Fokus: Vom Treppenaufgang (leider verschlossen!) zu sehen ist rückseitig der französische Balkon, von dem aus „Joes“ Vermieter die Abschiedsszene zwischen dem Journalisten und Prinzessin „Ann“ beobachtet.

Der bärtige Bildhauer, der in der oben angesprochenen Filmsequenz im Künstleratelier neben Gregory Peck zu sehen ist, war italienischen Zeitungsberichten zufolge übrigens der echte Inhaber des Ateliers – Alcide Ticò (1911 bis 1991). Als eines Tages William Wyler und Gregory Peck an die Tür der Via Margutta 51A klopften und verkündeten, sie interessierten sich für die Räume als Filmkulisse, nutzte der Bildhauer die Gunst der Stunde: Er bot ihnen an, auch seine Wohnung in der Via Margutta 33 für weitere Szenen zu nutzen.
Während die zugehörigen Innenaufnahmen schließlich in den Cinecittà-Studios gedreht wurden, befindet sich an dieser Adresse tatsächlich die legendäre Film-Terrasse.

Hinter der grünen Hecke oben links im Bild verbirgt sich die Dachterrasse, die augenscheinlich zu „Joes“ Appartement gehört.
Die Terrasse befindet sich in Wirklichkeit im hinteren Bereich der Via Margutta 33 – und gehört somit zu dem Gebäudekomplex, in dem seinerzeit auch der Schriftsteller Truman Capote lebte.

Weitere Filmlocations & Sehenswürdigkeiten

Die einstigen Kulissen von damals bestehen noch heute – sodass man das romantische Lebensgefühl erneut bei einem Besuch in der Ewigen Stadt aufleben lassen kann.

Die Spanische Treppe – wer fit ist, kann es mit den 138 Stufen aufnehmen. Gregory Peck und Audrey Hepburn verweilten hier während einer Filmszene eine Zeit lang mit einem Eis auf den Stufen des mittleren Areals.

Unweit der Via Margutta befindet sich die Spanische Treppe.

Das Kolosseum war jahrhundertelang eine Stätte grausamster Gladiatorenkämpfe. Die Anlage ist das größte im antiken Rom erbaute Amphitheater und bis heute das größte der Welt. Inzwischen ist das Kolosseum wie ein Bauskelett entblößt und die Besucher reihen sich in Scharen in den einzelnen, noch gut erhaltenen Rängen, ein.

Das Kolosseum ist ein einzigartiges Bauwerk in Rom.
Das größte der im antiken Rom erbauten Amphitheater kann bei einem Rundgang besichtigt werden.

Gleich neben dem Kolosseum steht der Konstantinsbogen – ein Denkmal aus der Spätantike. Um die Attraktion herum tummeln sich Touristen und Römer zugleich – einige von ihnen verdienen sich Geld als verkleidete Gladiatoren, die für Fotos zur Verfügung stehen. Aber Vorsicht: der Spaß ist teuer!

Links im Bild der Konstantinsbogen – ein Denkmal aus der Spätantike.

In unmittelbarer Nähe befindet sich mit dem Forum Romanum das älteste römische Forum – eine Stätte als Mittelpunkt des politischen, wirtschaftlichen, kulturellen sowie auch des religiösen Lebens. Das Areal des Forums im Rücken, hat sich Audrey Hepburn in ihrer Rolle als Prinzessin „Ann“ unweit der Chiesa Santi Luca e Martina auf einer Mauer schlafen gelegt.

Das Forum Romanum – in unmittelbarer Nähe des Kolosseums – ist der älteste römische Stadt- beziehungsweise Marktplatz.

Über die Via dei Fori Imperiali kommt man unweigerlich an dem imposanten Monumento a Vittorio Emanuele II vorbei.

Das Monumento a Vittorio Emanuele II – der Marmortempel wurde zu Ehren von Italiens erstem König und der Soldaten des Ersten Weltkriegs errichtet.

Wie einst auch Gregory Peck kann man sich schließlich in der Säulenvorhalle der Kirche Santa Maria in Cosmedin dem „Mund der Wahrheit“, einem antiken Lügendetektor, stellen. Die berühmte Steinmaske ist seit dem Film eine echte römische Bekanntheit.

Der Bocca della Verità befindet sich in der Säulenvorhalle der Kirche Santa Maria in Cosmedin.

Das bekannteste Schlüsselloch der Welt

Ein kleiner Tipp am Rande: Wenn ihr euch in der Nähe der Santa Maria in Cosmedin befindet, macht ruhig mal einen kleinen Abstecher auf den Aventin. Während man der Clivo dei Publicii beziehungsweise der Via di Santa Sabina folgt, kommt man auf halber Strecke an einer weiteren Sehenswürdigkeit der Stadt vorbei: dem Orangengarten – „Giardino degli Aranci“. Doch mit einer traumhaften Aussicht auf das alte Rom, dass sich direkt vor einem ausbreitet, ist es an dieser Stelle noch nicht getan.

Am Ende der Straße angekommen, erreicht man die Piazza dei Cavalieri di Malta. Hier befindet sich unter anderem die Chiesa di Sant’Anselmo all’Aventino.

Auf der Piazza dei Cavalieri di Malta angekommen, hat man einen schönen Blick auf das Areal der Chiesa di Sant’Anselmo all’Aventino.

Rechts erschließt sich einem das Areal des italienischen Malteserordens. Es ist nicht verwunderlich, wenn man bei seinem Besuch hier oben auf jede Menge Menschen trifft, die in einer langen Schlangen vor dem grünen – verschlossenen – Portal stehen, die zu diesem Areal führt. Denn jeder, der sich in die Schlange einreiht, möchte selbst einen Blick durch das wohl berühmteste Schlüsselloch der Welt werfen. Was es hier zu sehen gibt? Seht am besten direkt selbst mal nach!😉

Regelmäßig sind auf dem Aventin zahlreiche Menschen anzutreffen, die sich vor diesem grünen Portal versammeln.

Weiter geht es an dieser Stelle nun in Richtung Pantheon. Von allen antiken Monumenten in Rom ist dieses das besterhaltene: bis heute kann im Inneren die größte, nicht verstärkte Zementkuppel der Welt bestaunt werden.
Eine Besichtigung lässt sich gut mit einer kleinen Auszeit in einer der umliegenden Bars verbinden. Von meinem Standort (Bild unten) aus kann man übrigens einen Blick auf das Gebäude gegenüber werfen, in dem sich damals das Caffè „Rocca“ befand – hier lernt „Ann“ in einer Filmszene den Fotografen „Irving Radovich“ kennen.

Bei einem Cappuccino lässt sich das gesellige Treiben in Nähe des Panteons genießen.

Mein Streifzug durch die Ewige Stadt führt mich unweigerlich auch in den Vatikan. Nicht entgehen lassen sollte man sich hier beispielsweise einen Besuch der vatikanischen Museen.

Wer seinen Besuch im Vatikan bereits vorher online bucht, ist gut beraten. Vor Ort erhält man dann mit einer Reisegruppe in der jeweiligen Sprache wissenswerte Infos über den kleinsten Staat der Welt.

Wenn einem schon fast schwindelig geworden ist vor lauter Marmor, Gold und Statuen, gelangt man im Rahmen der Führung über einen schmalen Gang in ein unscheinbares Treppenhaus. Ein paar Stufen abwärts steht man schließlich vor der Tür zur Sixtinischen Kapelle – an deren Decke die berühmten Fresken von Michelangelo, einem der bedeutendsten Maler der Renaissance, zu bestaunen sind! In der Mitte der Deckenmalerei befindet sich „Die Erschaffung Adams“ – die weltweit bekannteste Malerei des Künstlers.

Vorbei an zahllosen Statuen und Fresken führt die Tour in die Sixtinische Kapelle.

Auf dem Vorplatz des Vatikans stehend, kann man einen tollen Blick auf den Petersdom genießen. In der Ferne thront die Engelsburg – jenes Bauwerk, das einen geheimen Gang zum Vatikan beherbergt.

Auch wenn der Papst nicht vor Ort ist, darf der Besuch des Petersdoms nicht fehlen.

In einer Szene des Films genießen „Joe“ und „Ann“ auf einem Boot, gelegen unterhalb der Engelsburg, einen gemeinsamen Tanz. Der Abend endet für die beiden schließlich mit einem beherzten Sprung in den Tiber.

Imposant ragt die Engelsburg über den Tiber.

Über die Engelsbrücke führt der Weg weiter zur Piazza Navona. Ein Geheimtipp vor Ort: Das Tartufo-Eis in der Bar Tre Scalini.

Ein Tartufo-Eis auf der Piazza Navona gilt als Geheimtipp und sollte in jedem Fall probiert werden.

Schlendert man hier durch die verschlungen Gassen, erschließt sich einem auch schon die nächste Sehenswürdigkeit: der Trevi-Brunnen. Er ist nicht nur der der populärste und mit rund 26 Meter Höhe und rund 50 Meter Breite der größte Brunnen Roms – sondern auch und einer der bekanntesten Brunnen der Welt. In unmittelbarer Nähe des Brunnens lässt sich „Ann“ in der Via della Stamperia 85 die Haare zu einer schicken Kurzhaarfrisur umstylen.
Für diejenigen unter euch, die an Sagen glauben, sei übrigens Folgendes erwähnt: Man sagt, dass es Glück bringt, Münzen über die Schulter in den Brunnen zu werfen. Eine Münze soll zu einer sicheren Rückkehr in die Ewige Stadt führen. Der Wurf von zwei Münzen führt hingegen dazu, dass man sich in einen Römer, respektive eine Römerin verliebt. Wirft man drei Münzen, heiratet man eben diese Person im Lauf seines späteren Lebens.  Abends versprüht der Trevi-Brunnen übrigens nochmal einen ganz anderen Charme. Und an der rechten Außenseite des Brunnens befindet sich ein kleines Becken mit zwei Wasserhähnen. Paare, die daraus trinken, so sagt man, sollen für immer zusammenbleiben.

Am Mausoleo di Augusto vorbei, geht es in Richtung Spanische Treppe – schließlich endet der Rundgang durch die Ewige Stadt bei der Via Margutta 51.

Ein Meilenstein des Kinos & eine neue Bedeutung für die Stadt Rom

„Ein Herz und eine Krone“ wurde für zehn Oscars nominiert. Ausgezeichnet wurde er schließlich mit drei – Audrey Hepburn erhielt als beste Hauptdarstellerin einen davon.
Der Film katapultierte nicht nur Rom, sondern auch die historisch künstlerische Gasse nahe der Spanischen Treppe, auf ein ganz neues Level.
Noch heute kann man als Besucher der Stadt die Aura des einstigen Film-Traumpaares überall spüren. Wer mag, kann auch eine Erinnerung mit nach Hause nehmen: Zahlreiche Souvenirshops verkaufen entsprechende Andenken – versehen mit dem Konterfei der Protagonisten sowie mit diversen Filmszenen.

Um sämtliche Baudenkmäler vor Ort zu erkunden und die Faszination der Ewigen Stadt in Gänze zu begreifen, kann es allerdings schon ein paar Tage bis Wochen dauern. Aber wie heißt es so schön: „Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut.“

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