Auszeit genießen in Hohenpeißenberg
Ich möchte mal behaupten, die meisten von euch, die diesen Beitrag jetzt lesen, werden sich fragen: Hohenpeißenberg, wo ist das denn?!
Viele machen wahrscheinlich gerne in bekannteren Orten in Bayern Urlaub. Doch wer fernab von Tourismus und Großstadttrubel Erholung und Ruhe sucht, um dem Stress des Alltags entfliehen zu können, der ist in diesem kleinen Wallfahrtsort rund eine Stunde südlich von München genau richtig aufgehoben.
Wieso ich diesen Ort hier erwähne, hat aber auch einen privaten Grund. Denn meine Großeltern haben jahrelang dort gelebt und ich habe zahlreiche schöne Sommer am Fuße des „Hohen Peißenbergs” verbracht. Hohenpeißenberg befindet sich im Landkreis Weilheim-Schongau.
Ehemals ein Bergbauort, liegt Hohenpeißenberg direkt am Alpenrand – mitten im schönen Pfaffenwinkel. Der beschauliche Ort dient nicht nur als Feriendomizil für Eltern mit Kindern, sondern ist auch für Singles oder Pärchen der optimale Rückzugsort für entspannte Tage.

Im beschaulichen, ländlich geprägten Hohenpeißenberg lässt sich das ruhige Dorfleben bei traditionellen Veranstaltungen wie dem jährlichen Dorffest im Sommer hautnah erleben. Wer es im Urlaub aktiver mag, schwingt sich stattdessen aufs Rad oder Mountainbike, um die idyllische Umgebung auf ausgedehnten Touren zu erkunden.
Wer frühzeitig bucht, sichert sich auch direkt die besten Chancen auf eine gemütliche Ferienwohnung vor Ort. Ein absolutes Highlight für warme Tage ist eine Unterkunft mit eigenem Pool im Garten. Sollte dieser fehlen, versprechen das Erlebnisbad „Plantsch“ im nahegelegenen Schongau oder die „Rigi Rutsch’n“ im benachbarten Peißenberg eine willkommene Abkühlung an heißen Sommertagen.
Wer Hohenpeißenberg im Winter besuchen möchte, braucht die frische Abkühlung nicht unbedingt, sondern den wird es eher auf einen der schneebedeckten Abhänge ziehen.


All denen, die nicht gerade so erfahren und wandererprobt sind wie ein Profi, kann ich einen Spaziergang beziehungsweise eine Wanderung mit leichtem Anstieg auf den 988 Meter hohen „Hohen Peißenberg“ empfehlen. Der gleichnamige Berg in der Gemeinde Hohenpeißenberg ist ein historisch bedeutender und vielbesuchter Wallfahrtsort in Oberbayern.


Auf dem Weg nach oben – sofern man wie ich vom Ortsteil Hetten beginnt – kommt man das eine oder andere Mal an einem Marterl (darunter versteht man einen Pfeiler aus Holz mit einer oben angebrachten Tafel mit Bild und Inschrift; mit Kruzifix oder Heiligenbild) vorbei. Gläubige nutzen sie, um ein Andenken in Form eines gepflückten Blümchens oder ähnlichem zu hinterlassen. Ruhe und Besinnlichkeit findet man zudem bei der 2009 errichteten Herz-Jesu-Kapelle.

Weiter oben auf dem Berg wird manch einer vielleicht aus einem anderen Grund innehalten: unterhalb des Meteorologischen Observatoriums steht am Wegesrand ein eher unscheinbares Kreuz: gewidmet ist es der Engländerin Jenny Wood – einer jungen Frau, die im Jahr 1988 auf ihrer Tour entlang des „König-Ludwig-Weges“ brutal ermordet wurde…
Ist man schließlich auf dem„Hohen Peißenberg“ (der auch unter dem Namen „Bayerischer Rigi“ bekannt ist) angekommen, erwartet einen ein wunderschönes Alpenpanorama mit traumhaften Ausblicken auf die Umgebung.





Regelmäßig (mit Ausnahme zu Zeiten der Corona-Pandemie) bietet der Berg übrigens nun seit sieben Jahren Festivalbesuchern einen Ort zum Zusammentreffen und Feiern, wenn es heißt, die „Grüne Sonne“ ist aufgegangen. Das Festival lässt die Herzen der Elektro-Szene beben, willkommen ist ausdrücklich jeder. Bei bestem Wetter können Besucher das Bergpanorama in diesem Rahmen nochmal ganz anders wahrnehmen und (gemeinsam) genießen. Unterstützt wird Veranstalter Phil Falkner übrigens von Michael Britzger, dem Besitzer des im Ort befindlichen Landgasthof „Hetten“ (inzwischen haben sich die Eigentümer-Verhältnisse des Gasthofes geändert und er wurde 2024 von Familie Sloof wieder eröffnet).
Das Observatorium, welches man auf dem „Hohen Peißenberg“ vorfindet, ist übrigens das älteste Bergobservatorium der Erde und verfügt über eine der längsten Ozonmessreihen höchster Datenqualität.
Der Weg zum Observatorium führt an der Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt vorbei – die besser als Doppelkirche bezeichnet werden sollte, da die Gnadenkapelle im Jahr 1514 errichtet und etwa 100 Jahre später um die Wallfahrtkirche erweitert wurde.
Unter Leitung des Staatlichen Bauamts Weilheim wurde die Gnadenkapelle bis in das Jahr 2012 aufwändig saniert, ihr Erscheinungsbild mit Rokkoko-Ausstattung von 1747 wieder hergestellt.



Nach einem Besuch der Kirche bietet sich die Einkehr in das Terrassen-Café „Bayerischer Rigi“ mit herrlicher Aussicht sowie zünftigen Speisen und Getränken an.
Der Rückweg ins Tal lässt sich (wie auch der Aufstieg) auf mehreren Pfaden beschreiten. Alle haben jedoch eines gemeinsam: Naturliebhaber können Luft und Umgebung in vollen Zügen genießen.

Zurück im Tal, kann man nach einem Spaziergang durch die Ortschaft noch beim „Hetten“ einkehren (mein persönlicher Geheimtipp😉).
Wer Entschleunigung sucht und der Hektik des Altags entfliehen möchte, der ist in Hohenpeißenberg goldrichtig. Am besten, ihr holt euch gleich entsprechende Informationen über den Ort und die Region Pfaffenwinkel.
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