Manchmal muss man gar nicht weit fahren, um ein bisschen das Gefühl von Dolce Vita zu verspüren. Zwischen Peine und Hannover habe ich beispielsweise einige Orte entdeckt, bei denen zumindest für einen kurzen Moment Urlaubsgefühle aufkommen.
Natürlich ist Peine nicht der Gardasee und Hannover ist nicht vergleichbar mit Bella Italia. Aber Palmen in der Fußgängerzone, ein italienisches Eis auf dem Marktplatz oder die Abendsonne über dem Wasser können schon reichen, um ein wenig Italiengefühl in den Alltag zu bringen.




So gibt es in Peine und Umgebung zum Beispiel die Möglichkeit, einen Eiskafee in der Sonne auf dem Marktplatz zu genießen oder unter Palmen in der Fußgängerzone eine Kleinigkeit zu sich zu nehmen. Den Abend kann man schließlich in der näheren Umgebung bei einer Pizza und einem Glas Wein in italienischer Atmosphäre genießen.
In Hannover habe ich vor einiger Zeit bei einem Stadtbummel einen Hauch von Elba wahrgenommen, als ich am Pariser Platz an einem Haus vorbeigekommen bin, das mich direkt an meinen Toskana-Urlaub erinnert hat. Während das Haus in Hannover aufgrund seines Erscheinungsbildes (kühles Licht und typische norddeutsche Backsteinakzente) durchaus nordisch wirkt, erscheint das Pendant auf Elba mit seinen warmen Farben, der Natursteinbasis und den hellen Putzflächen stärker mediterran geprägt. Beide Häuser nutzen den begrenzten Platz optimal aus und schaffen durch ihre ungewöhnliche Form einen markanten Punkt im Straßenbild. Aber schaut selbst, ist die Ähnlichkeit nicht erstaunlich?


Besucht man in Hannover die Herrenhäuser Gärten, fühlt man sich bei einem Spaziergang über das Areal direkt in mediterrane Gefilde versetzt.



Neben den wunderschönen Pflanzen fallen einem auch unweigerlich die weißen Statuen ins Auge, verleihen sie dem Ganzen doch einen Hauch italienisches Flair.

Im Bereich des Gartentheaters kann man tatsächlich sogar einen direkten Bezug zu Florenz, beziehungsweise Rom herstellen: Hier sieht man unter anderem die Figur der Venus Medici als vergoldete Nachbildung – das Original befindet sich heute in den Uffizien in Florenz.
Zwei weitere Skulpturen weisen hingegen eine wesentliche Verbindung zu Rom auf: Die Borghesischen Fechter sind Nachbildungen einer antiken Statue – deren Original wurde um 1611 bei Ausgrabungen in den Ruinen der Küstenvilla Neros, südlich von Rom (im antiken Antium, heutigen Anzio), entdeckt. Anfang des 17. Jahrhunderts gelangte die Statue schließlich nach Rom, in die Sammlung der Villa Borghese.
Genau zwischen Hannover und Peine befindet sich schließlich der Eixer See. In sehr warmen Sommerphasen, wenn die Sonne auf den hellen Sandstrand fällt und man es sich am Seeufer gemütlich macht, kommt auch hier ein kleines bisschen mediterranes Urlaubsgefühl auf.



In italienischen Regionen wie der Lombardei, Venetien oder der Emilia-Romagna gibt es übrigens viele Kiesgruben und Baggerseen (cave), die genau so flach, grün und sandig aussehen wie der Eixer See und als Naherholungsgebiete, zum Spazierengehen oder Angeln dienen.

Besonders in der Abendsonne strahlt der See einen Hauch südliche Ruhe aus – aber nicht zwangsläufig wegen der Landschaft, sondern wegen des gewissen Zusammenspiels aus Licht, Wasser, Wärme und der passenden Perspektive.
Genau solche kleinen Entdeckungen gehören für mich inzwischen ebenfalls zu „Bavarese on Tour“ dazu: Manchmal geht es gar nicht darum, möglichst weit wegzufahren, um etwas Urlaubsmäßiges zu erleben, sondern es reicht schon, einfach mit offenen Augen vor der eigenen Haustür unterwegs zu sein.
